Treffen über Kulturämter
Kulturelle Informationen verstehen, vernetzen und den Zugang dazu verbessern.
Ein Workshop der Konferenz der Leiter kultureller Dienste und Delegierten für kulturelle Angelegenheiten (CDAC), der am 1. September 2025 in Renens stattfindet.
Das Wissen und die Expertise über das kulturelle Ökosystem sind in der französischsprachigen Schweiz sehr umfangreich. Sie sind auf Kulturämter, Dachverbände und andere Unterstützungsstrukturen sowie auf die verschiedenen Kulturabteilungen der Städte und Kantone verteilt. Im Rahmen der Strategie „Auf dem Weg zu einem lateinamerikanischen Kulturraum“, die von der Konferenz der Leiter der Kulturdienste und Delegierten (CDAC) umgesetzt wird, wurde jedoch festgestellt, dass die Akteure im Kulturbereich unzureichend über die Besonderheiten ihres Status und ihre Rechte informiert sind. Daher ist eines der Ziele der Strategie, den Zugang zu Informationen und Wissen auf verschiedenen Ebenen zu stärken und zu verbessern.
Der Workshop begann mit Präsentationen von fünf Kulturinstitutionen aus verschiedenen Regionen der französischsprachigen Schweiz: Association BURO (FR), le Bureau des Compagnies (GE), Culture Valais, fOrum culture (BE/JU) et Plateforme Culture (NE). Die Leiter dieser Institutionen stellten ihre Strukturen vor und hoben dabei die von ihnen angebotenen Dienstleistungen im Bereich Informationszugang hervor. Diese ersten Präsentationen halfen, den Tätigkeitsbereich der einzelnen Institutionen zu definieren und führten zu einer ersten Erkenntnis: Die Institutionen unterscheiden sich erheblich voneinander, sei es hinsichtlich ihrer Führungsstrukturen und Ressourcen, ihrer Aufgaben oder ihrer Dienstleistungen. Anschließend teilten sich die Teilnehmenden in Gruppen auf und durchliefen drei verschiedene Workshops, die von Vertretern der Institutionen geleitet wurden, bevor sie sich zu einer gemeinsamen Abschlussbesprechung wieder trafen.
In ihren Präsentationen schilderten die Büros die wiederkehrenden Schwierigkeiten, mit denen Kulturschaffende konfrontiert sind. Diese Probleme deckten sich mit den Aussagen der Workshop-Teilnehmer und zeigten eine starke Übereinstimmung zwischen den von Dachverbänden geschilderten Realitäten vor Ort und den Beobachtungen der Büros. Die Schwierigkeiten betreffen vor allem administrative Kompetenzen, den Zugang zu Arbeitslosengeld und Fragen des Rechtsstatus (insbesondere die Herausforderungen im Zusammenhang mit Festanstellungen und befristeten Arbeitsverhältnissen). In diesem Kontext erweist sich Unterstützung als zentraler Punkt: Es genügt nicht, lediglich Informationen bereitzustellen; es bedarf Ressourcen, die Kulturschaffende konkret in ihren vielfältigen Tätigkeiten unterstützen.
Darüber hinaus wurde der Bedarf an einer Übersicht der bestehenden Angebote von Kulturorganisationen in der französischsprachigen Schweiz geäußert. Ein solches Instrument würde das Verständnis des kulturellen Ökosystems in der französischsprachigen Schweiz erleichtern, aktive Organisationen identifizieren und Ressourcen optimieren (beispielsweise um die Erstellung ähnlicher einmaliger Schulungsprogramme zu vermeiden). Diese Übersicht sollte insbesondere die jeweiligen Rollen von Kulturämtern, Berufsverbänden, Dachorganisationen, Gewerkschaften und öffentlichen Stellen verdeutlichen und dabei territoriale Besonderheiten hervorheben. In diesem Zusammenhang wird die Rolle des Kulturamts als lokale Anlaufstelle verstanden, die für alle in einem bestimmten Gebiet erreichbar ist. Anders als Dachorganisationen verfolgt es keine politische Agenda, sondern hat primär zum Ziel, Kulturakteure konkret und pragmatisch zu beraten, zu informieren und zu unterstützen.
